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Homepage des Löwenmenschen

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Depot im Dunkeln

Der Löwenmensch lag 27 m tief hinter dem Eingang der Stadelhöhle im Bereich einer kammerartigen Erweiterung nahe an der rechten Felswand, in eine Tiefe von 100 bis 120 cm. In der Nähe der Statuette wurden in der gleichen Fundschicht weitere bemerkenswerte Objekte entdeckt.:

Über 60 auffällig dünne Bruchstücke von Rengeweih, darunter viele kleine Stangen- und Sprossenfragmente, z.T. mit Schnittspuren. Sie stammen von weiblichen Rentieren, die im Mai/Juni ihre Geweihe abwerfen. Schädelechte Stücke und damit Jagdbeute sind nicht dabei.

Fragmente von Waffenspitzen aus Geweih und Elfenbein und mehrere knöcherne Werkzeuge wohl zur Fellbearbeitung, darunter ein über 50 cm langer Glätter aus einer gespaltenen Mammutrippe.

Zwei kleine Anhänger aus Elfenbein und mehrere Eckzähne vom Eisfuchs mit feinsten Durchlochungen.

Diese Funde lassen vermuten, dass im rückwärtigen, nicht als Wohnbereich geeigneten Teil der Höhle - nahe bei oder gar zusammen mit der Statuette – Rohmaterial und Schmuck abgelegt worden war. Anhänger wie Fuchszähne könnten von Ketten, aber auch als Zierrat von dort deponierten Kleidungsstücken stammen.

Wenige Meter höhlenauswärts und wenig tiefer als der Löwenmensch wurde bei Ausgrabungen im Jahre 1960 der unbearbeitete Stoßzahn eines jungen Mammuts geborgen. Der rund 50 cm lange Zahn weist Schnitt- und Schlagspuren vom Heraustrennen aus dem Schädel des Mammuts auf. Auffällig ist die Höhle für das Zahnmark am kopfwärtigen Ende. Ähnliche Proportionen darf man für jenen Zahn annehmen, aus dem die Statuette geschnitzt wurde. Seine Krümmung ist zudem gegenläufig zu der des Löwenmenschen. Trotz der etwas tieferen Lage ist daher nicht auszuschließen, dass beide Zähne von ein und demselben Tier stammen.